Blitzstrom- und Überspannungsableiter werden als zuverlässige Schutzmaßnahme gegen die Auswirkungen von direkten und indirekten Blitzeinwirkungen sowie Überspannungen installiert. Geeignetes Erdungsmaterial dient der sicheren Ableitung dieser Ströme ins Erdreich und dem Potentialausgleich.
Schrack Protect unterstützt Sie bei der einfachen und normkonformen Konfiguration des inneren Blitzschutzes nach EN 62305. Zusätzlich zur Erstellung der benötigten Stückliste bekommen Sie eine Dokumentation und können direkt Ihre Artikel bestellen.
Die Zuleitung vom Überspannungsableiter (SPD) zum Potentialausgleich sollte maximal 0,5 Meter lang sein. Kurze, gerade Leitungen sorgen für einen niederimpedanten Weg zum Erdpotential und halten den Schutzpegel unterhalb der Bemessungs-Stoßspannung der Anlage. Unnötige Leiterschleifen erhöhen die Impedanz und können zu Durchschlägen oder Schäden an der Elektronik führen.
Blitzstromableiter werden gegen direkte Blitzeinwirkungen eingesetzt. Das Besondere ist die Blitzstromtragfähigkeit dieser Ableiter, die nach der internationalen standardisierten Klasse I
(IEC / EN 61643-11) geprüft sind. Diese werden in der ÖVE/ÖNORM E 8001-1 mit Type 1 oder in der Vergangenheit mit Ableiterklasse "B" bezeichnet.
Zum Unterschied zu anderen Ableitertypen werden diese Ableiter mit der Kurvenform 10/350μs geprüft. Entscheidende Parameter dabei: der Stromscheitelwert (Iimp), die spezifische Energie und die Ladung. Im späteren Vergleich ist ersichtlich, dass diese Ableiter ein Vielfaches mehr an Energie im Gegensatz zum Überspannungsableiter (Klasse II, Type 2) führen können.
Das Anwendungsgebiet ist bei Gebäuden mit äußerem Blitzschutz unmittelbar nach der Energieeinspiesung.
In der Praxis werden in den meisten Fällen kombinierte Ableiter Type 1 und 2 verwendet, welche nicht nur für direkte, sondern auch für indirekte Blitzeinwirkungen geprüft sind.
Durch Verwendung des 12,5kA Schrack Technik Blitzstromableiters ersparen Sie sich die Berechnung
nach EN 62305.
Überspannungsableiter nach Klasse II besitzen keine Blitzstromtragfähigkeit und dürfen daher nicht gegen direkte Blitzeinwirkung eingesetzt werden. Diese Ableiter werden in der ÖVE/ÖNORM E 8001-1 mit Type 2 oder früher als "C"-Ableiter bezeichnet.
Diese Ableiter dienen zum Schutz von Verbraucheranlagen gegen Ferneinschläge (indirekte Blitzeinwirkungen) und Überspannungen, die von Schalthandlungen oder anderen Ereignissen im elektrischen System verursacht werden. Die Prüfstoßwelle für Testklasse II Ableiter ist mit dem Zeitparameter 8/20 μs genormt und durch den Scheitelwert definiert.
Der führbare Energiegehalt eines Überspannungsableiters ist um ein Vielfaches niedriger, als jener eines Blitzstromableiters.
Diese Grafik zeigt den Vergleich zwischen Testklasse I (10/350) und Testklasse II (8/20), wobei die Flächen unter den Kurven ein Maß für den Energiegehalt bei gleichem Stromscheitelwert darstellt.
Der Installationsort des T2 Ableiters ist in Gebäuden, ohne außeren Blitzschutz, unmittelbar nach der Energieeinspeißung, da direkte Blitzeinwirkungen nicht zu erwarten sind.
Oder in der Unterverteilung nach den Blitzstromableitern, wo direkte Blitzeinwirkungen auch nicht mehr zu erwarten sind.
Bei gleichzeitiger Verwendung von T1 - Blitzstromableiter, kann der T2 - Überspannungsableiter in der Unterverteilung installiert sein.
Die richtige Schaltungsart je Netzsystem ist ebenfalls in der Errichtungsbestimmung definiert. So ist zum Beispiel für die Verwendung von Ableitern im TN-S System die Schaltungsart "4+0" üblich, beim TN-C System mit PEN Leiter die so genannte "3+0"- und im TT-System die "3+1"-Schaltung.
Seit 1998 ist in Österreich die Nullung zu verwenden. Ausnahme: nur wo ein TT oder IT System vorgeschrieben ist.
"Überspannungsschutzgeräte gegen indirekte Blitzeinwirkungen sind in jeder Verbraucheranlage zu installieren. Sind in der Verbraucheranlage bereits zentrale Überspannungsschutzgeräte installiert, so ist die Installation von Überspannungsschutzgeräten in jeder Einzelverbraucheranlage nicht gefordert, wird aber in Gegenden mit erhöhter und hoher Blitzdichte.... empfohlen."
"Der Schutz gegen direkte Blitzeinwirkungen, wenn gefordert, ist mit Überspannungsschutzgeräten der Type 1, und wenn erforderlich ergänzend mit Überspannungsschutzgeräten der Typen 2 und/oder 3 zu realisieren."
Diese Festsetzung verpflichtet zumindest zum Einbau von Klasse "C" Ableitern in jeder neu errichteten oder veränderten Elektroinstallation.
Schützen Sie Endgeräte mit dem passenden Feinschutz T3.
Hinweis: Es sollte alle 10m (Leitungslänge) ein Überspannungsableiter eingesetzt werden.
Schützen Sie:
Überspannungsschutzgeräte im TT-System (Fehlerstrom-Schutzschaltung) - Dabei ist keine Verbindung zwischen Neutralleiter und PE-Leiter am Einbauort oder in unmittelbarer Nähe vorhanden.
Für empfindliche Endgeräte ist es notwendig, einen koordinierten Gerätefeinschutz einzusetzen. Dieser Ableiter, gekennzeichnet mit Klasse III, auch Type 3 oder mit der alten Bezeichnung "D", wird mittels eines Hybridgenerators geprüft und durch die Leerlaufspannung UOC und Kurzschlussstrom ISC definiert. Der sehr geringe Schutzpegel schützt empfindliche Geräte vor Schäden. Wichtig beim Einsatz dieser Geräte ist, dass die Leitungslänge zu den schützenden Endgeräten 10 m nicht übersteigen darf, damit das Feinschutzelement seine volle Schutzfunktion ausüben kann. Eine Kombination mit Klasse I bzw. Klasse II Ableitern ermöglicht den größtmöglichen Schutz gegen Überspannungen am Endgerät.